Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller sieht keinen Widerspruch zwischen dem christlichem Glauben und dem Charakter der Theologie als Wissenschaft. "Wir können uns das, was wir für Theologie halten, nicht von außen vorgeben lassen", sagte er am Samstag beim Katholikentag in Mannheim. Da das Christentum eine Offenbarungsreligion sei, müssten die Christen stets Rede und Antwort über ihren Glauben stehen. Theologie sei die "Auslegung der Selbstoffenbarung Gottes in Jesus Christus".
Der evangelische Landesbischof von Baden, Ulrich Fischer, hat den Ausschluss von Frauen vom Priester- und Diakonenamt als Widerspruch zur Bibel bezeichnet. "Eine Kirche, die für sich in Anspruch nimmt, sich in Lehre und Ordnung an den biblischen Texten zu orientieren, kann jedenfalls nicht auf Dauer Frauen von allen Ämtern der Kirche ausschließen", sagte er am Samstag auf dem Katholikentag in Mannheim unter Berufung auf die biblischen Osterberichte und die Rolle der Maria von Magdala.
Der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat sich eindringlich für ein ökologisch erneuertes Wirtschaftssystem ausgesprochen. "Wir haben noch gar nicht begriffen, welches Ausmaß und welche Dringlichkeit das hat", sagte er am Samstag beim Katholikentag in Mannheim. "Wenn wir so weiter wirtschaften, brauchen wir im Jahr 2030 genau eine weitere Erde. Die haben wir nicht." Bedford-Strohm diskutierte mit dem Münchner Kardinal Reinhard Marx und Generalsekretär Hartmut Steeb von der Deutschen Evangelischen Allianz über "Gemeinsames Zeugnis oder doppelte Moral?
Der Sprecher der österreichischen innerkatholischen Reformbewegung, Helmut Schüller, beklagt eine Leitungskrise in der katholischen Kirche. Eine "Glaubenskrise oder Kirchenkrise" gebe es dagegen nicht, sagte der Vorstand der österreichischen "Pfarrer-Initiative" am Samstag vor Journalisten in Mannheim am Rande des Katholikentages. Er forderte "Grundrechte" in der Kirche für alle Getauften, erst dann könne es einen ernsthaften Dialog in der Kirche geben. "'Die Menschen an der Basis müssen angemessen Gehör bekommen."
Der Leiter des Katholischen Büros in Berlin, Prälat Karl Jüsten, widerspricht Darstellungen, die beiden großen Kirchen seien vom Staat bevorzugt. Das deutsche Staatskirchenrecht stehe für alle Religionen und Weltanschauungsgemeinschaften offen, sagte Jüsten am Samstag auf dem Mannheimer Katholikentag. Der "Kirchendiplomat" am Sitz der Regierung wies daraufhin, dass auch die orthodoxe Kirche, Juden, die islamische Sondergemeinschaft der Aleviten sowie die Zeugen Jehovas die staatskirchenrechtlichen Bestimmungen in Anspruch nähmen.
Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) empfiehlt, Frauen in der Kirche mehr Aufgaben zuzutrauen. Sie begründete ihre Forderung mit der Rolle von Maria von Magdala, der sich der auferstandene Jesus zuerst gezeigt habe. Jesus selbst habe Maria Magdalena aufgetragen, seine Geschichte weiterzuerzählen - deshalb könnten dies Frauen in der Gegenwart auch tun, sagte das Regierungsmitglied am Samstag auf dem 98. Deutschen Katholikentag in Mannheim. Bis ins 13. Jahrhundert hinein hätten auch die Kirchenväter von "der Apostolin" Maria von Magdala gesprochen.
Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) empfiehlt, Frauen in der Kirche mehr Aufgaben zuzutrauen. Sie begründete ihre Forderung mit der Rolle von Maria von Magdala, der sich der auferstandene Jesus zuerst gezeigt habe. Jesus selbst habe Maria Magdalena aufgetragen, seine Geschichte weiterzuerzählen - deshalb könnten dies Frauen in der Gegenwart auch tun, sagte das Regierungsmitglied am Samstag auf dem 98. Deutschen Katholikentag in Mannheim. Bis ins 13. Jahrhundert hinein hätten auch die Kirchenväter von "der Apostolin" Maria von Magdala gesprochen.
Die Ökumene lebt nach den Worten des evangelischen Kirchentagspräsidenten Gerhard Robbers im Miteinander in den Gemeinden. "Im Kern sind wir doch einig. Darauf kommt es an", sagte Robbers in einer Bibelarbeit am Samstag auf dem Mannheimer Katholikentag. Zur Ökumene gehöre der Respekt vor dem Eigenen der anderen Kirche. Dass bestimmte Glaubensinhalte und Verhaltensweisen sich in der evangelischen und katholischen Kirche unterscheiden, sei zu akzeptieren, warb der Trierer Verfassungsrechtler.
Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, hat das geplante Betreuungsgeld verteidigt und die Debatte darum als "sinnlosen Kulturkampf" kritisiert. Neben dem Ausbau der Krippenplätze müsse auch die Betreuung von Kleinkindern zu Hause unterstützt werden, sagt er der "Passauer Neuen Presse" (Samstagsausgabe). "Es führt uns nicht weiter, wenn ein spezieller Lebensweg für vorbildlich erklärt wird und andere diskreditiert werden", unterstrich Glück: "Krippenbetreuung und Betreuung in der Familie sind keine Gegensätze."
Erzbischof Robert Zollitsch hat die katholischen Christen aufgerufen, die Zukunft der Kirche aktiv zu gestalten. "Wir haben keine Zeit damit zu verlieren, nostalgisch oder gar gelähmt zurück zu schauen und unsere Kraft mit Klagen und Jammern zu vergeuden", sagte Zollitsch am Samstag auf dem Mannheimer Katholikentag. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz ergänzte, nur wer sich der Zukunft stelle, bleibe jung und diene dem Wachstum des Reiches Gottes und dem Aufbau einer gerechteren Welt.
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat davor gewarnt, in der Debatte über die Staatsverschuldung Junge gegen Alte auszuspielen. Das wäre gefährlich, sagte der CDU-Politiker und Protestant am Freitag auf dem Mannheimer Katholikentag. Der Zusammenhalt der Generationen sei ganz wichtig. Der Finanzminister nahm an einer Veranstaltung "Wir sind der Schuldenstaat - Leben wir auf Kosten der kommenden Generation?" teil.
Der braunschweigische evangelische Landesbischof Friedrich Weber hat von der deutschen Energiepolitik ein "ernsthaftes Engagement für die Schöpfung" gefordert. Es könne kein grenzenloses Wachstum geben, sagte Weber bei einer Podiumsdiskussion am Freitag beim Katholikentag in Mannheim. Daneben müsse "dringend ein atomares Endlager" gesucht und alternative Energieformen zur Atomkraft ausgebaut werden, sagte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK).
Nach der Schließung von 17 Kirchen in der indonesischen Provinz Aceh hat der indonesische Kirchenrat ein Eingreifen der Regierung in Jakarta gefordert. Der Staat müsse sich für das Recht auf Religionsfreiheit einsetzen, erklärte der Generalsekretär des Kirchenrates, Gomar Gultom, beim Besuch einer Delegation der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) am Freitag im indonesischen Medan. Die multikulturellen Werte Indonesien stünden auf dem Spiel, sagte er laut einer in Wuppertal verbreiteten VEM-Mitteilung.
Die Kirche steht nach den Worten des früheren vatikanischen "Ökumeneministers" Walter Kasper vor den größten Veränderungen seit dem 19. Jahrhundert. Die Volkskirche erlebe derzeit ihr Ende, sagte der Kardinal am Freitag beim Katholikentag in Mannheim: "Wir stehen erst am Anfang eines epochalen Umbruchs." Die Kirche werde in zehn oder 20 Jahren völlig anders aussehen als heute und sich wieder mehr der Ur-Kirche annähern.
Bei einer Klettertour auf den Kölner Dom hat ein Betrunkener am Himmelfahrtstag einige Monumente beschädigt. Der 38-jährige Düsseldorfer griff anschließend Passanten und einen Domwächter an, wie die Kölner Polizei am Freitag mitteilte. Die Polizei nahm den Mann fest und veranlasste bei dem "Vatertags"-Kletterer einen Alkoholtest, der 1,6 Promille ergab. Den Mann erwartet jetzt ein Strafverfahren.
Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat die Bedeutung von Pastorinnen für die evangelische Kirche hervorgehoben. Die Frauenordination könne nicht genug gewürdigt werden, schreibt er in einm Beitrag für die Internetseite www.landeskirche-hannovers.de: "Die Pastorinnen haben die Kirche, die wir erleben, an entscheidenden Stellen mit gestaltet und geprägt." Zuvor hatte der Bischof 41 Theologinnen der ersten und zweiten Generation zu einem Gesprächsaustausch nach Hannover eingeladen.
Der palästinensische Pfarrer Mitri Raheb hat die israelische Besatzungs- und Siedlungspolitik erneut scharf angegriffen. "Wir steuern auf ein Apartheidssystem zu", sagte der lutherische Geistliche am Freitag beim Katholikentag in Mannheim. Das Westjordanland sehe aus wie ein Emmentaler Käse, "und Israel bekommt den Käse". Raheb gehört zu den Mitunterzeichnern des umstrittenen Kairos-Palästina-Papiers von 2009. Darin wird unter anderem ein Boykott israelischer Waren befürwortet.
Ohne Abschied gibt es nach Darstellung des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, keinen neuen Aufbruch. Doch mache es einen Unterschied, ob ein Abschied freiwillig oder erzwungen sei, sagte Schneider am Freitag auf dem Mannheimer Katholikentag. Seine Frau Anne und er hätten sich 2005 einem "bitterschweren Abschied" stellen müssen, als ihre Tochter Meike verstarb. "Weder bei Meike noch bei uns konnte die Freude auf ein neues überirdisches Leben den Abschiedsschmerzen überdecken", räumte Schneider ein.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Wirtschaft dazu aufgerufen, ältere Menschen besser in die Arbeitswelt zu integrieren. Ältere seien im Berufsleben über Jahrzehnte hinweg nicht ausreichend gewürdigt worden, sagte sie am Freitag beim Katholikentag in Mannheim. Es komme auf die richtige Mischung aus Erfahrung, Routine und Schnelligkeit an. Jedes Alter brauche etwas, jedes Alter könne etwas, sagte die Kanzlerin.
SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hat vor einer Bunkermentalität in der katholischen Kirche gewarnt und zu Reformen aufgefordert. "Wir dürfen aus unserer Kirche keine abgeschlossene Arche machen", sagte die SPD-Politikerin am Freitag auf dem Katholikentag in Mannheim. Sie nehme viel Starrheit und Angst vor Veränderung wahr, ergänzte die Katholikin.
Nahles warb für einen anderen Umgang mit Homosexualität und für mehr Ökumene. "Unsere Kirche darf doch kein Museumsstück werden, starr und unbeweglich", sagte die Generalsekretärin in einer Bibelarbeit.